Licht und Beleuchtung werden oft als selbstverständlich angesehen. Dabei wird ihr Einfluss auf viele unterschiedliche Bereiche häufig unterschätzt. Beleuchtung kann die Atmosphäre eines Raumes bestimmen oder über die Funktionalität entscheiden. Stimmungsbeleuchtung in einem Bürogebäude, in dem konzentriert gearbeitet werden soll, ist beispielsweise nicht immer die beste Wahl. Ebenso ist eine grelle weiße Leuchtstofflampe über dem Sofa nicht unbedingt angenehm für die Augen. Damit die Beleuchtung deine Erwartungen erfüllt, ist es sinnvoll, einen Lichtplan zu erstellen oder erstellen zu lassen. Worauf solltest du bei der Erstellung eines Lichtplans achten? Im Folgenden findest du 5 praktische Tipps.
Was ist ein Lichtplan?
Der Begriff „Lichtplan“ wird in der Beleuchtungsbranche häufig verwendet, aber was bedeutet er eigentlich? Und ist er wirklich notwendig? Ein Lichtplan ist im Grunde ein Konzept für die optimale Beleuchtung eines Raumes. Dabei wird zunächst eine Skizze des Raumes oder der Räume erstellt und anschließend ein Beleuchtungskonzept entwickelt. Das kann besonders hilfreich sein beim Bau oder der Renovierung eines Hauses oder Geschäftsgebäudes, damit Lichtpunkte an den effektivsten Stellen eingeplant werden können. Aber auch bei bereits vorhandenen Anschlüssen kann ein Lichtplan helfen, die bestmögliche Beleuchtung zu realisieren. Es ist daher empfehlenswert, mit einem Lichtplan zu arbeiten, um unnötige Enttäuschungen zu vermeiden.
Welche Beleuchtung?
Abhängig von verschiedenen Faktoren muss irgendwann entschieden werden, welche Beleuchtung am besten geeignet ist. Manchmal sind bereits vorhandene Lichtpunkte vorgegeben und man kann davon ausgehen, dass diese bereits geplant wurden. Wenn du dich jedoch noch in der Rohbauphase befindest, hast du deutlich mehr Möglichkeiten. In jedem Fall gibt es verschiedene Arten der Beleuchtung, aus denen du wählen kannst.
Du kannst dich beispielsweise für eine Grundbeleuchtung mit zentralen Lichtpunkten an der Decke entscheiden. Damit lassen sich größere Räume gleichmäßig mit einer Basisbeleuchtung ausstatten. Du kannst aber auch stärker mit Akzentbeleuchtung arbeiten. Dazu gehören beispielsweise Wandleuchten oder Spots. Mit Wandleuchten kannst du dunkle Ecken gezielt aufhellen oder ein schönes Gemälde an der Wand hervorheben. Mit Spots kannst du punktuell zusätzliches Licht erzeugen, beispielsweise über der Arbeitsfläche in der Küche. Oft gibt es mehrere Möglichkeiten, wobei es kein richtig oder falsch gibt. Die Beleuchtung beeinflusst jedoch maßgeblich die Ausstrahlung eines Raumes.
Überlege dir, was in deinem gewünschten Raum sowohl praktisch als auch optisch passend wäre. Bei der Erstellung eines Lichtplans wird deutlich, ob deine Ideen umsetzbar sind und ob sie das gewünschte Ergebnis erzielen. Doch worauf solltest du bei der Erstellung eines Lichtplans achten?
1. Die Funktion des Raumes
Bei einem Lichtplan sollte zunächst die geplante Nutzung eines Raumes betrachtet werden. Diese ist häufig entscheidend dafür, welche Beleuchtung am besten geeignet ist. In einem gemütlichen Raum wie einem Wohnzimmer oder der Rezeption eines Hotels wird eine andere Beleuchtung gewählt als in einer Lagerhalle oder einem Bürogebäude.
Bei stimmungsvoller Beleuchtung denkt man häufig an wärmere Lichtfarben, eine geringere Helligkeit und stärker akzentuierte Lichtquellen. Für gewerbliche Anwendungen kann dagegen eine gleichmäßige Grundbeleuchtung die Funktionalität deutlich verbessern. Es ist sinnvoll, jeden Raum einzeln zu betrachten und die Beleuchtung optimal darauf abzustimmen.
2. Die Architektur des Raumes
Neben der Nutzung kann auch die Gestaltung eines Raumes entscheidend für eine erfolgreiche Beleuchtung sein. Ein Raum mit viel Tageslicht benötigt möglicherweise weniger künstliche Beleuchtung oder eine natürlichere Lichtfarbe. Ein dunkler Raum ohne oder mit wenigen Fenstern kann dagegen helleres und stärkeres Licht erfordern.
In offenen Räumen kannst du beispielsweise mit Deckenleuchten arbeiten, während in Räumen mit vielen Ecken eventuell Wandleuchten besser geeignet sind. Das hängt immer von der jeweiligen Situation ab. Ein Lichtplan hilft dir dabei, mehr Klarheit zu bekommen und die besten Entscheidungen zu treffen.
3. Die Lichtquelle
Auch die Art der Lichtquelle mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften spielt eine besonders wichtige Rolle. Unabhängig davon, um welchen Raum es geht und wie dieser genutzt wird: Es gibt unzählige verschiedene Lichtquellen.
Heutzutage wird immer häufiger LED-Beleuchtung eingesetzt. Sie ist energieeffizienter als ihr Vorgänger, die Halogenlampe. Doch auch innerhalb der LED-Beleuchtung gibt es viele Möglichkeiten. Es gibt Lichtquellen mit unterschiedlichen Farbtemperaturen. Entscheidest du dich für klares weißes Licht oder eher für ein warmes, gelbliches Licht? Möchtest du eine helle Beleuchtung oder lieber eine dezente Variante? Soll das Licht dimmbbar sein? All diese Entscheidungen beeinflussen den Charakter eines Raumes.
4. Die Leuchte
Sobald die Positionen der Lichtquellen feststehen, kannst du dich mit der Befestigung beziehungsweise dem Leuchtensystem beschäftigen. Natürlich spielen dabei dein persönlicher Geschmack und die Einrichtung des jeweiligen Raumes eine wichtige Rolle. Aber auch praktische Aspekte sollten berücksichtigt werden.
Entscheidest du dich für Einbauspots oder eher für Aufbauspots? Wählst du feste Spots oder eine Schienenbeleuchtung? Alle Varianten haben ihre eigenen Vor- und Nachteile. Auch hier hängt die beste Wahl von der Nutzung und Gestaltung des Raumes ab. Die Leuchte selbst kann auf viele verschiedene Arten gestaltet und montiert werden.
5. Das Gehäuse
Genauso wichtig wie die Lichtquelle selbst ist das Gehäuse, in dem sich die Lichtquelle befindet. Natürlich spielt dabei der persönliche Geschmack eine große Rolle. Schließlich schaust du die Beleuchtung häufig an und solltest Freude an ihrem Design haben.
Trotzdem solltest du auch praktische Aspekte berücksichtigen. Ein großer Unterschied besteht beispielsweise zwischen einem offenen und einem geschlossenen Gehäuse. Entscheidest du dich für eine geschlossene Lampenabdeckung oder ein Metallgehäuse, wird das Licht stärker gebündelt und erzeugt einen engeren Lichtstrahl.
Wählst du hingegen eine offene Lichtquelle oder beispielsweise ein Glasgehäuse, verteilt sich das Licht breiter im Raum. Beachte jedoch, dass du bei einer offenen Leuchte über dem Couchtisch möglicherweise direkt von unten in die Lichtquelle schaust, wenn du auf dem Sofa sitzt und beispielsweise fernsehen möchtest. Das kann unangenehm sein.
Auch kann das Gehäuse Einfluss auf die Schattenbildung haben oder Staub ansammeln. Es gibt also genügend Gründe, dich mit diesem Thema ausführlich zu beschäftigen.
Ein Lichtplan ist also keineswegs überflüssig
Es gibt viele Möglichkeiten und ebenso viele Entscheidungen zu treffen. Mit einem durchdachten Lichtplan schützt du dich vor Enttäuschungen und bereitest dich optimal vor, damit deine Beleuchtung am Ende genau das gewünschte Ergebnis erzielt.